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S001

2. November 2018

Liebe Piraten,

dies ist kein Spaßantrag!

Wir müssen uns mit der Gesamtsituation der Partei ernsthaft auseinandersetzen.

Ich glaube, das es notwendig ist, JETZT über die Sinnhaftigkeit der Existenz unserer Partei zu diskutieren und zu entscheiden, ob wir uns – um mit den Worten von Marina Weisband zu sprechen, bereits überflüssig gemacht haben und wenn nicht, wie es denn bitte schön weitergehen soll.

Ja, es gibt durchaus einige gute Gründe, gegen den Antrag auf Auflösung des Bundesverbandes zu stimmen:

Ich nenne beispielswese die jünsten Wahlergebnisse in Island, Tschechien und Luxemburg.

Leider wirkt sich aber das nicht auf die Wahlergebnisse in unserem Land aus.

Ich könnte auch die Namen vereinzelter Piraten nennen, die sehr gute politische Arbeit leisten: Aber insgesamt kann man schon sagen, das wir als Team, als Partei, überhaupt nicht mehr funktionieren. Es finden kaum mehr Stammtische, kaum Mumblesitzungen statt, die Mitglieder laufen uns weiterhin davon, Kandidaten plakatieren einsam, programmatische Arbeit läuft gegen Null,

Den Bundesverband nimmt man überhaupt nicht mehr wahr, Landesvorstände sind unsichtbar, Kreisverbände lösen sich auf.

Die Entwicklung von Tools für Basisbeteiligung schlummert.

Und die Basis schlummert. Existiert die Basis überhaupt noch?.

Unsere politischen Inhalte werden mittlerweile von Personen wie Patrick Schiffer und Anke Domscheidt-Berg in anderen Parteien vertreten.

Ich frage mich, ob wir nicht die historische Verantwortung dafür haben, unser letztes halbes Prozent Wählerstimmen für funktiionierende, demokratische Parteien aufzugeben und damit die AFD insgesamt etwas zu schwächen.

Ob wir nicht lieber anderen Parteien beitreten sollten und dort unseren Politikstil verbreiten und unsere Inhalte vorantreiben sollten. Ob das nicht insgesamt sinnvoller wäre. Als auf diesem toten Pferde zu reiten.

Ich bin auf die Diskussion gespannt. Und auf das Abstimmungsergebnis.

Und wenn sich der Bundesparteitag letztendlich dazu entscheiden sollte, als Bundesverband weiter zu existieren, bin ich gespannt zu sehen, wie wir alle den Arsch hoch kriegen und wieder anfangen, gemeinsam zu arbeiten. Oder ob die gerade zu spürende Aufregung schnell wieder verpufft und wir uns dann schnell wieder hinlegen.

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6 Kommentare
  1. Enavigo permalink

    An dem was du schreibst ist sehr vieles richtig.
    Aber warum soll der Antrag dazu führen, dass sich was ändert?
    Dies habe ich nicht verstanden.
    Er wird bei Ablehnung auch nicht dazu fuhren, dass es kein „weiter so“ gibt.
    Wäre da nicht ein Antrag (oder Anträge) sinnvoller, die ein „weiter so“ verhindern?
    Z.B. durch klare Aufgabenstellungen an Vorstände und Basis?
    Aber vlt.habe ich ihn trotz Erklärungen immer noch nicht verstanden… 😦

  2. Jetzt bin ich aber schockiert, dass da noch mal was von den Piraten in meinem Feedreader auftaucht. Ich dachte, die gibts nicht mehr…

    However, eine Piratenpartrei wie die aus 2010 kann unser Land sicher gut gebrauchen. Die wird es aber sicherlich nicht mehr geben, damit ist diese Partei für mich nicht mehr brauch- und wählbar. Und dass, obwohl ich bis Mitte 2014 selbst aktiv dabei war…

  3. Als ehemaliges Mitglied, das auf so ziemlich allen Ebenen der Partei tätig war, kann ich nur sagen: Was immer ihr tut, eines bitte nicht: Euren Stil, der so viele (auch mich) aus der Partei getrieben hat, in andere Parteien zu tragen.

  4. Anonymous permalink

    Meine Stimme hättest du.

  5. Thomas Glatzel permalink

    Ich hab da jetzt mal ausführlich drüber nachgedacht. Ich sehe das relativ ähnlich, es findet momentan nichts mehr statt. Mandatsträger gehen in Arbeit unter und stehen nicht mehr zur Verfügung. Aktive Stammtische? In WAF seit 2015 nicht mehr. Alle, die mal als Unterstützer dabei waren, und sei es nur plakatieren, sind weg oder höchst unmotiviert. Programmatische Arbeit findet praktisch nicht mehr statt und seit wir nirgends mehr im Landtag sind, finden wir auch medial keine Aufmerksamkeit mehr. Ich sehe das auch und mir tut es sehr weh, dass so zu erleben. Ich bin schon immer ™ Pirat gewesen, wahrscheinlich meine Oma auch schon, aber mangels geeigneter Alternative kann ich niemandem anderes meine Stimme geben. Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte, wenn ich die Grünen wählen muss, da ist mir sogar ein Pakki egal. Oder die Linken. Bei der FDP wäre die Skala zu klein. SPD scheitert an der 5%-Hürde und CDU geht einfach nicht. Außerdem ist es mir zutiefst zuwider, in eine andere Partei zu gehen, vermutlich mit besseren Umfragewerten, um meine „Pläne oder Whatever“ da zu verwirklichen. Vielleicht können andere das, aber ich kann da mein Herz nicht verraten.
    Warum ich denke, dass es trotzdem keine gute Idee ist, sich aufzulösen? Erstens, es entsteht kein weiterer Schaden, wenn wir unterm Radar fliegen. Das halbe Prozent wird zumindest nicht die AfD ärgern. Ich denke, das Signal, dass wir damit senden würden, wäre sogar eher verheerend für die internationalen Piraten, wenn wir uns einfach so auflösen, wenn es grade in anderen Ländern aufwärts geht. Ich denke, solange sich welche finden, die weitermachen wollen, sollte man auch weitermachen. Wenn sich natürlich niemand mehr findet, dann kann man auch zumachen! Ich habe kein Problem Mitglied in einer inaktiven Partei zu sein, mit der ich mich mehr identifiziere als alle anderen, noch so aktiven Parteien zusammen. Allerdings habe ich auch keinen Lösungsweg für unser Problem. Ich befürchte, nur drauf zu warten, bis der internationale PIRATEN-Zug uns abholt, wird uns nicht weiterbringen.

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